E-Scooter-Unfälle 2025: Was ADAC und Destatis wirklich zeigen

Redaktion EscooterSkins · Veröffentlicht:

Faktengrafik: 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden 2025
Redaktionelle Faktengrafik · keine Produktabbildung

16.496 Unfälle mit E-Scooter-Beteiligung und Personenschaden hat Destatis für 2025 erfasst. Das waren 38,1 Prozent mehr als 2024. Eine aktuelle ADAC-Analyse ordnet die amtlichen Zahlen zusammen mit Erkenntnissen aus der Unfallchirurgie ein. Entscheidend ist, die verschiedenen Datensätze nicht zu vermischen: Die 16.496 sind Unfallereignisse, keine Zahl verletzter Fahrer.

Was die amtliche Statistik für 2025 zeigt

Nach der Destatis-Auswertung vom 16. Juli 2026 kamen bei Unfällen mit E-Scooter-Beteiligung 38 Menschen ums Leben. 33 von ihnen waren mit einem E-Scooter unterwegs. Insgesamt wurden bei diesen Unfällen 1.895 Menschen schwer und 16.184 leicht verletzt. Diese beiden Werte umfassen alle beteiligten Verkehrsteilnehmer, also nicht nur Scooter-Fahrer.

14.936 der Verunglückten waren selbst auf einem E-Scooter unterwegs. Darunter befanden sich 822 Mitfahrer, obwohl die Personenbeförderung auf E-Scootern nicht erlaubt ist. 53,6 Prozent der verunglückten Scooter-Fahrer waren jünger als 25 Jahre. Knapp ein Drittel der erfassten Unfälle, 30,5 Prozent, waren Alleinunfälle.

Die Statistik konzentriert sich stark auf den städtischen Verkehr: 49,1 Prozent der Unfälle ereigneten sich in Städten mit mindestens 100.000 Einwohnern. Das ist eine Ortsverteilung der registrierten Fälle, keine persönliche Risikoprognose. Für eine solche Bewertung müsste die Zahl der Unfälle zur jeweiligen Fahrleistung, Streckenart und Nutzungsintensität ins Verhältnis gesetzt werden.

Die häufigsten Fehlverhalten

Bei Unfällen mit Personenschaden wurde Fahrern am häufigsten die falsche Nutzung der Fahrbahn oder des Gehwegs zugerechnet: 21,6 Prozent der registrierten Fehlverhalten entfielen darauf. Alkohol folgte mit 10,9 Prozent, nicht angepasste Geschwindigkeit mit 8,4 Prozent. Das sind Anteile an den polizeilich festgestellten Fehlverhalten und keine Aussage darüber, wie häufig ein einzelner Fahrer allgemein einen Unfall verursacht.

Für den Alltag ergibt sich daraus eine klare Reihenfolge: auf Radwegen beziehungsweise den erlaubten Verkehrsflächen bleiben, allein fahren, das Tempo der Situation anpassen und nach Alkohol auf den Scooter verzichten. Ein Helm ist in Deutschland zwar nicht vorgeschrieben, kann aber gerade wegen der häufigen Kopf- und Gesichtsverletzungen sinnvoll sein. Weitere Praxisbeispiele findest du in unserem Beitrag zum E-Scooter-Fahrtraining; die geltenden Grundlagen erklären wir in der E-Scooter-Kaufberatung.

Was die Klinikdaten ergänzen

Der ADAC verweist in seiner Analyse vom 10. September 2026 auf eine Untersuchung aus dem TraumaRegister DGU. Die veröffentlichte Studie im Deutschen Ärzteblatt untersuchte 538 schwer verletzte E-Scooter-Fahrer aus den Jahren 2020 bis 2023. 78,4 Prozent waren Männer, das Durchschnittsalter lag bei 44,3 Jahren. Bei 34,9 Prozent wurde Alkohol dokumentiert, 54 Prozent der Unfälle ereigneten sich nachts. 83 Prozent hatten schwere Verletzungen an Kopf oder Gesicht; 26 Patienten starben.

Diese Klinikstichprobe beschreibt besonders schwere Fälle und darf nicht auf alle Fahrten oder sämtliche E-Scooter-Unfälle hochgerechnet werden. Die Autoren weisen außerdem auf fehlende Expositionsdaten hin: Ohne verlässlich vergleichbare Kilometer- oder Fahrtenzahlen lässt sich aus den absoluten Fallzahlen kein Unfallrisiko pro Strecke ableiten. Auch Unterschiede zur Nutzung anderer Verkehrsmittel sind so nur eingeschränkt vergleichbar.

Außerdem bildet das TraumaRegister nur Kliniken und Patienten ab, die seine Einschlusskriterien erfüllen. Die Studie ist deshalb besonders wertvoll für Verletzungsmuster bei Schwerverletzten, beantwortet aber nicht, welcher Anteil aller Scooter-Unfälle zu solchen Verletzungen führt. Amtliche Unfallstatistik und Klinikregister ergänzen sich, messen jedoch unterschiedliche Dinge.

Unsere Einordnung

Der Anstieg der gemeldeten Unfallzahlen ist ein ernstes Sicherheitssignal. Er belegt für sich allein aber nicht, dass jede einzelne Fahrt gefährlicher geworden ist. Dafür müsste bekannt sein, wie stark Bestand und Fahrleistung der E-Scooter im selben Zeitraum gestiegen sind. Belastbar sind die konkreten Muster: junge Fahrer sind stark vertreten, Alleinunfälle machen einen großen Anteil aus, und Alkohol sowie falsche Verkehrsflächennutzung spielen wiederholt eine Rolle.

Hinweis zu diesem Beitrag: Quellencheck vom 17. September 2026. Grundlage sind veröffentlichte Unfallstatistiken und Studien; daraus lässt sich kein individuelles Unfallrisiko oder Vergleich pro gefahrenem Kilometer ableiten.

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